Kreis Gütersloh

Dachbegrünung

1. Einführung

Neben der ansprechenden Optik bieten Gründächer sowohl für Bauherren als auch für die Umwelt und das Stadtklima viele Vortreile. Im besten Fall können Sie als Dachgärten genutzt werden und stellen begehbare, grüne Oasen in der dicht bebauten Stadt dar.

Bild: Extensive Begrünung eines Flachdaches (Bild: BuGG)Bild: Extensive Begrünung eines Flachdaches (Bild: BuGG) Generell wird zwischen einer extensiven (niederwüchsige, robutste Pflanzenarten, wie z. B. Sedum) und einer intensiven (höherwüchsige Vegetation/Dachgärten) Dachbegrünung unterschieden.

Vorteile der Dachbegrünung für die Umwelt und das Stadtklima:

  • Abkühlung und Reduzierung städtischer Wärmeinseln
  • Lebensraum für Pflnazen und Tiere
  • Bindung von Staub und Schadstoffen
  • Regenwasserrrückhalt (Hochwasserschutz

Vorteile der Dachbegrünung für den Bauherren:

  • Hitzeabschirmung im Sommer durch Verdunstungskälte
  • Verbesserte Wärmedämmung im Winter
  • Schutz der Dachabdichtung
  • Einsparmöglichkeiten der Niederschlagswassergebühr
  • Nutzungsmöglichkeiten als Dachgarten


2. Bautechnische Voraussetzungen

a) Statik: Die maximale Belastbarkeit der Dachfläche ist Grundlage für die Entscheidung, welche Art von Dachbegrünung möglich ist.. Während beim Neubau die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion noch auf den gewünschten Begrünungstyp abgestimmt werden kann, ist man bei Altbauten an die bautechnischen Vorgaben gebunden. Sollten die Bauunterlagen nicht mehr vorhanden sein, geht der erste Weg zum Statiker oder Architekten. Für die Berechnung der potenziellen Dachlast muss das Gewicht des Begrünungsaufbaus in wassergesättigtem Zustand angesetzt werden. Auch für Schnee- und so genannte Verkehrslasten (z. B. Aufenthalt auf dem Dach) sind Sicherheitsreserven zu berücksichtigen.
Eine 5 cm starke Schicht feuchter Erde bringt beispielsweise etwa 80 bis 100 kg/m² zusätzliches Gewicht auf das Dach. Standardkiesschüttungen (5cm) bringen ebenfalls rund 100 kg/m² auf die Waage.

Mit der Dachneigung steigen der technische Aufwand und die Kosten. 
Maßnahmen zur Rutschsicherung sind besonders zu planen. (Bild: BuGG) Mit der Dachneigung steigen der technische Aufwand und die Kosten. Maßnahmen zur Rutschsicherung sind besonders zu planen. (Bild: BuGG) b) Dachneigung: Für leicht geneigte Flachdächer bis 10 Grad sind keine besonderen Hilfsvorrichtungen nötig. Erst wenn es schräger wird, müssen technische Vorkehrungen getroffen werden, um die verstärkt auftretenden Schub- und Erosionskräfte aufzunehmen.
Mit zunehmender Dachneigung steigen dan aber auch die Installations- und Materialkosten.
In der Regel werden Schrägdächer nur extensiv begrünt.
Auf Dächern ohne Gefälle (0 Grad) kommt es nach Niederschlägen häufig zur Pfützenbildung. Hier muss durch ausreichend hohe Dränschichten dafür gesorgt werden, dass die Pflanzen keine "nassen Füsse" bekommen.

c) Dachaufbau: Generell setzt die Installation einer Dachbegrünung ein fachgerecht abgedichtestes Dach voraus. Die Begrünung schützt zwar später die Dachabdichtung vor Schäden und Temperaturstress, vorhandene Risse und Leckagen kann sie aber nicht heilen. Bevor es an die konkrete Begrünung geht, muss deshalb zuerst die Dachbabdichtung überprüft werden. Bei älteren Dachabdichtungen empfiehlt es sich - im Hinblick auf die lange Lebensdauer eines begrünten Daches - eine zusätzliche Abdichtungslage aufzubringen.
Auch die vorhandene Wärmedämmung des Daches ist bei der Begrünungsplanung von Wohngebäuden zu berücksichtigen.

d) Abdichtung/Wurzelschutz: Zum Schutz des Dachaufbaus ist bei Dachbegrünungen eine wurzelfeste Abdichtung notwendig. Während bei vielen Neubauten die Ddachabdichtung bereits von Haus aus wurzelfest ist, müssen Altbauten unbedingt nachgerüstet werden.

3. Eigenleistung oder Fachfirma?

Einfache Begrünungen von z. B. Carports, Gartenhäusern, Vor- und Garagendächern können versierte Heimwerker/innen und Heimwerker durchaus selbst durchführen - wenn sie die bauphysikalischen und rechtlichen Fragestellungen vorher klären. Häufig sind die genannten Objekte nicht in der Lage die zusätzliche Last einer Dachbegrünung zu tragen und müssen vor der Anlage statisch aufgerüstet werden.

Alle abdichtungstechnischen Arbeiten an Dächern von Wohngebäuten sollten erfahrenen Fachbetrieben (z. B. Dachdeckern) überlassen werden. Immer, wenn vor einer Begrünung Fragen der Sicherheit und des Brandschutzes zu beantworten sind, sollten ebenfalls Fachleute einbezogen werden. Großflächige und anspruchsvollere Dachbegrünungen (z. B. an oder auf  mehrgeschossigen Wohn- und Gewerbebauten) müssen auf jeden Fall von erfahrenen Fachbetrieben geplant und ausgeführt werden.


4. Initiative "Grün sucht Dach" im Kreis Gütersloh

Logo der Initiative (Bild: Kreis GT)Logo der Initiative (Bild: Kreis GT) Mit der Iniative Grün sucht Dach, die der Kreis Gütersloh im Januar 2020 mit den Kommunen Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Steinhagen gestartet hat, sollen die Vorteile von begrünten Dächern ins Bewusstsein der Hausbesitzer und Unternehmer gebracht werden.
Wesentlicher Bestandteil der Initiative sind örtliche Gründachkataster, die der Kreis im Rahmen der Beratungsinitiative für die beteiligten vier Kommunen unter der Web-Adresse www.gruendach-kreis-gt.de zusammengeführt hat. Gebäudeeigentümer in den genannten Kommunen können mit Hilfe des Onlinechecks kostenlos und ohne großen Aufwand prüfen, wie gut sich ihr Dach für eine Begrünung eignet. Dazu gibt es Hinweise zu Planung und Bau einer eigenen Gründachanlage sowie wertvolle LInks auf weiterführende Seiten.
Zudem halten der Kreis und die beteiligten Kommunen Broschüren zum Thema bereit, bieten Vorträge an und beraten an Aktionstagen und auf Messen mit Unterstützung von Fachleuten (z.. B. Bundesverband GebäudeGrün e. V.) zur Planung und Umsetzung von Dachbegrünungen. Zudem fördern die beteiligten Kommunen eine Dachbegrünung indirekt über eine gesplittete Abwassergebühr und/oder direkt über ein lokales Förderprogramm.

Planungen für 2020/2021: Der Kreis Gütersloh möchte das Gründachkataster auf das gesamte Kreisgebiet ausdehnen. Zudem soll ein regionales Netzwerk mit Planern, Handwerk (vor allem Dachdecker und Garten- und Landschaftsbaubetriebe) und Industrie aufgebaut werden, dass Interessenten und Fachleute schnell und einfach zusammenbringt.


5. Interessante Links

Gründachkataster im Kreis Gütersloh

Förderprogramm der Stadt Gütersloh zur Dach- und Fassadenbegrünung

Förderprogramm der Stadt Rheda-Wiedenbrück zur Dach- und Fassadenbegrünung

Förderprogramm der Stadt Rietberg zum Klimaschutz und Klimafolgenanpassung (auch Dachbegrünungsmaßnahmen)

Förderprogramm der Gemeinde Steinhagen zur Dach- und Fassadenbegrünung

Bundesverband GebäudeGrün e.V.


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