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Welche Flächen/Gebiete umfasst die KWP?

Die KWP erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet Krefelds und beinhaltet alle Stadtteile. Außerdem wurden sogenannte Fokusgebiete ausgewählt, entsprechende Maßnahmen für diese gebietsspezifisch geplant und die Umsetzung gemeinsam mit allen Akteuren vor Ort in diesem Jahr angestoßen.

Wo in Krefeld ist eine Nachverdichtung oder der Ausbau der Fernwärme nach aktueller Planung vorgesehen?

Das Geoportal der Stadt Krefeld mit den voraussichtlichen Wärmeversorgungsgebieten der KWP verdeutlicht Ihnen die Ausbaugebiete der Fernwärme.

Welche Gebäude eignen sich grundsätzlich für eine Versorgung mit Fernwärme der SWK?

Grundsätzlich eignen sich für eine Fernwärmeversorgung alle Gebäude, die sich über öffentliche Flächen aus dem bestehenden oder geplanten Fernwärmenetz (siehe 2.2) versorgen lassen.
Im Zuge der KWP wurde eine Prüfung anhand technischer und wirtschaftlicher Para-meter durchgeführt. Sie zeigt auf, dass eine Versorgung mit Fernwärme insbesondere für Gebäude mit
- Anschlussleistung oberhalb von ca. 45 kWth
- in unmittelbarer Nähe des Fernwärmenetzes
im Vergleich mit anderen GEG-konformen Wärmeversorgungsarten wirtschaftlich sein kann.
Das sind in der Regel (große) Mehrfamilienhäuser und Nichtwohngebäude mit einem spezifischen Wärmebedarf von ≥ 150 kWh/m²a. Diesen Kennwert finden Sie üblicher-weise in einem Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis des Gebäudes.
Eine Verpflichtung zum Fernwärmeanschluss besteht in keinem Fall. Die Eigentümer:innen sind weiterhin frei in ihrer Wahl eines zukunftsfähigen Energieträgers.

Ist die Fernwärme der SWK klimaneutral?

Die Fernwärme der SWK erfüllt alle Anforderungen des GEG zum Einsatz erneuerbarer Energien. Durch die Nutzung unvermeidbarer Abwärme aus der Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage ist die Fernwärme besonders energieeffizient und umweltfreundlich. Allerdings ist sie derzeit noch nicht vollständig klimaneutral. Im Zuge eines BEF-geförderten Transformationsplans befindet sie sich auf einem konkreten Weg zur Klimaneutralität bis spätestens 2045.

Die SWK Energie setzt dabei auf den weiteren Ausbau der Einbindung umweltfreundlicher Abwärme aus biogenen Brennstoffen in der Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage, den verstärkten Einsatz von Wärmespeichern und die Reduzierung fossiler Brennstoffe. Mit der Fernwärme der SWK Energie erfüllen Sie sowohl heute als auch zukünftig die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und die Anforderungen an effiziente Fernwärme nach der EU-Effizienz-Richtlinie. Weitere Informationen zur Fernwärme in Krefeld finden Sie hier: Fernwärme in Krefeld | SWK

 

Wo sind neue Wärmenetze möglich?

Das Krefelder Stadtgebiet wurde auf Eignung neu zu errichtender zentraler Wärmeversorgungssysteme geprüft. Eine Eignung von Wärmenetzneubaugebieten in Krefeld wird - bis auf ein Prüfgebiet in Oppum – aktuell als sehr unwahrscheinlich bewertet. Damit Wärmenetze ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig entstehen können, sind günstige und klimafreundliche Wärmequellen und große Wärmebedarfe in unmittelbarer Nähe notwendig.
Das Potenzial zum Aufbau neuer Wärmenetze in Krefeld ist begrenzt. In der KWP wurde nur ein Gebiet als Prüfgebiet ausgewiesen (zum Geoportal Krefeld). Für dieses Prüfgebiet werden nun interessierte Versorger die Umsetzbarkeit mithilfe von Machbarkeitsstudien und weiteren Planungen prüfen.
Der Aufbau kleinerer Gebäudenetze von bis zu 16 Gebäuden oder 100 Wohneinheiten (z.B. durch einen Zusammenschluss einzelner Eigentümer:innen) ist davon unberührt.

Was wird meine Fernwärme zukünftig kosten?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Über die Website der SWK erhalten Sie stets die aktuellen Informationen rund um die Fernwärmepreise: Fernwärme Versorgung | SWK
Für die Fernwärmekunden besteht eine hohe Sicherheit, denn die Preise stehen unter Aufsicht der Kartellbehörden, es gibt klare Transparenz und Preisregeln, was Verbraucher:innen schützt. Zudem steht die Fernwärme im Wettbewerb mit anderen Heizungstechnologien. Einen Überblick für Fernwärmepreise wird transparent veröffentlicht auf waermepreise.info.

Welche technischen Möglichkeiten sind in den für „Dezentrale Wärmeversorgung“ ausgewiesenen Gebieten vorgesehen?

In Gebieten mit ausgewiesener dezentraler Wärmeversorgung wird die Wärmeversorgung überwiegend gebäudeindividuell organisiert. Dabei kommen insbesondere folgende technische Lösungen in Betracht:
- Wärmepumpen (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser), je nach Standortbedingungen
- Solarthermieanlagen oder PV-Anlagen zur Unterstützung von Warmwasser und Heizung
- Biomasseheizungen (z. B. Pellettanlagen), insbesondere in geeigneten Einzelfällen


Der Einbau und Betrieb von Hybrid-Lösungen zur Einhaltung des nach GEG geforderten erneuerbaren Anteils von mind. 65 Prozent ist grundsätzlich möglich, im Gesamtkontext der Infrastrukturplanung aber nicht sinnvoll (Vermeidung „doppelter Infrastrukturen“; mögliche Gasnetzstilllegungen zu beachten). Es wird daher empfohlen, dass der Heizungsaustausch nicht gegen Hybridlösungen erfolgt, die fossile Energieträger (Erdgas, Heizöl) anteilig nutzen.
Welche Technologie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab, darun-ter:
- Gebäudetyp und energetischer Zustand
- Platzverhältnisse und technische Umsetzbarkeit
- Verfügbarkeit von Umweltwärmequellen
(Insbesondere in Wasserschutzgebieten können für Wasser-Wasser und Sole-Wasser Wärmepumpen besondere Auflagen gelten. Mehr Informationen unter: https://service.krefeld.de/waermepumpe )
- Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten
Die KWP gibt hier eine strategische Orientierung, ersetzt jedoch keine individuelle Fachplanung. Ziel ist es, in diesen Gebieten langfristig eine klimafreundliche, netzunabhängige Wärmeversorgung zu etablieren.

Was passiert mit dem bestehenden Erdgasnetz, wenn sukzessive Kund:innen vom Netz gehen und auf alternative klimafreundliche Lösungen setzen?

Es gilt weiterhin die gesetzliche Verpflichtung zur Grundversorgung mit Erdgas sowie die Verpflichtung zum Neuanschluss entsprechend der aktuell gültigen gesetzlichen Rahmenbedingungen des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Langfristig ist eine Stilllegung einzelner Netzbereiche möglich. Es wird kein aktiver Netzrückbau angestrebt.

Nach welchen Kriterien wurden Eignungsgebiete festgelegt?

Es wurden folgende Kriterien zur Einschätzung der Eignung zur Netznachverdichtung, zum Netzausbau und Netzneubau festgelegt.
Geeignete Wärmeliniendichte im Gebiet (d.h. Wärmebedarf/-verbrauch pro Fläche), technische Herausforderungen, die eine Erschließung erschweren oder verhindern können, Verfügbarkeit von Wärmequellen und Übertragungsleistung des Netzes sowie die Wirtschaftlichkeit von zentralen Versorgungssystemen (Nah-/Fernwärme), die maßgeblich vom Wärmeabsatz abhängt.

Welche Rolle spielt industrielle Abwärme in der KWP?

Die Nutzung industrieller Abwärme wurde in der KWP geprüft. Im Zuge des Austauschs der SWK ENERGIE mit Krefelder Industrieunternehmen wurde die Einbindung ins Fernwärmenetz nur da als realisierbar bewertet, wo die Fernwärme bereits unmittelbar anliegt. Selbst da, wo das der Fall ist, ist die technische Komplexität der Anbindung oft so hoch, dass die Wärme dadurch unverhältnismäßig teurer würde.

Ansprechperson Stadt Krefeld:
Lea Hummel
Stadt Krefeld Geschäftsbereich VI Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit Von-der-Leyen-Platz 1
47798 Krefeld
waermeplanung@krefeld.de

 

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