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Energiesparend durch die Wintersaison - Tipps zum effizienten Lüften und Heizen in der kalten Jahreszeit

Mit einer guten Fassaden- und Dachdämmung, energieeffizienten Fenstern und einer modernen Heizungsanlage bringen Hauseigentümerinnen und -eigentümer ihre Immobilie energetisch auf den neusten Stand – und sparen dadurch in der Heizperiode kräftig. Wer zusätzlich Haus oder Wohnung auf die kalte Jahreszeit vorbereitet und sein Heiz- und Lüftungsverhalten optimiert, kann Umwelt und Geldbeutel weiter schonen.

Tipp 1: Fenster und Türen abdichten und effizient lüften

Durch undichte Fenster und Türen entweicht bei kalten Außentemperaturen wertvolle Heizenergie. Zu Beginn der Saison sollten daher Ritzen und Spalten mit Dichtband isoliert und die Fenster
gegebenenfalls durch eine Fachkraft richtig eingestellt werden. Ob die Fenster nachgedichtet werden müssen, lässt sich mit zwei einfachen Tests ermitteln: Beim Kerzentest zeigt eine brennende Kerze
bei windigem Wetter durch Flackern, wo eine Abdichtung nötig ist. Beim Papiertest wird vor dem Schließen des Fensters ein Blatt Papier eingeklemmt. Lässt es sich leicht herausziehen, ist das Fenster
nicht ganz dicht und lässt die warme Heizungsluft nach draußen.

Wer bei Sonnenuntergang oder nachts konsequent die Rollläden herunterlässt beziehungsweise die Vorhänge zuzieht, reduziert zusätzlich die Wärmeverluste im Fensterbereich. Ein weiterer wichtiger Kälteschutz sind gut gedämmte Rollladenkästen und auch Zugluftstopper können beim Sparen von Heizenergie gute Dienste leisten. Auch durch effizientes Lüften lassen sich im Winter unnötige Energieverluste vermeiden. Anstatt die Fenster bei eingeschalteter Heizung über einen längeren Zeitraum zu kippen, sollte man die Räume zwei- bis dreimal täglich durchlüften. Dort, wo ein direktes Stoßlüften nicht möglich ist, hilft auch ein Querlüften innerhalb der Wohnung. Im Winter reichen dazu drei bis fünf Minuten aus, an windstillen Herbsttagen kann es manchmal bis zu 20 Minuten dauern, bis die Luft komplett ausgetauscht ist. Grund dafür ist die höhere Luftfeuchtigkeit zu dieser Jahreszeit. Die optimale relative Luftfeuchtigkeit hängt sowohl vom Raum als auch vom baulichen Zustand des Gebäudes ab. Grundsätzlich sollte sie zwischen 40 und maximal 60 Prozent liegen. Gut gedämmte Gebäude vertragen kurzzeitig bis zu 60 Prozent, bei schlechter Dämmung hingegen können manchmal schon 40 Prozent problematisch sein. Zu trockene Luft unter 30 Prozent minimiert zwar das Schimmelrisiko, kann aber die Schleimhäute reizen. Um die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten, gibt es unterschiedliche Messgeräte – von einfachen Thermo-Hygrometern aus dem Baumarkt bis hin zu Smart-Home-Apps. Während des Lüftens sollte man nicht vergessen, das Heizungsthermostat herunterzudrehen. Moderne Varianten erkennen häufig geöffnete Fenster und regulieren das Heizen während des Lüftens automatisch. Effizientes Lüften hilft auch, Schimmel in den Räumen vorzubeugen. Denn mit sinkender Raumtemperatur und zunehmender Luftfeuchtigkeit steigt das Schimmelrisiko. Das gilt besonders für feuchtere Räume wie Badezimmer, Küche oder Schlafzimmer. Nach dem Schlafen, Duschen oder Kochen sollte man also möglichst sofort lüften.

Tipp 2: Heizung richtig regeln und instand halten

Zu Beginn der kalten Jahreszeit verdient die Heizung eine besondere Beachtung.
Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer mit Zugriff auf die eigene Anlage können mit einfachen
Einstellungen die Energiekosten spürbar senken. Erste Stellschraube ist eine möglichst niedrige
Vorlauftemperatur, die über die Heizkurve eingestellt wird: Diese am besten zur Probe um drei bis
fünf Grad absenken und nur dann wieder heraufsetzen, wenn die Räume nicht richtig warm werden.
Nachts sollte die Temperatur konstant auf 16 °C abgesenkt und beim Kessel die Nachtabsenkung
eingeschaltet werden. Apropos Kessel: Das Wasser im Kessel sollte grundsätzlich nicht heißer als 60
°C sein. Das spart nicht nur Energie, sondern schützt auch vor einer Verkalkung der Leitungen.
 

Zusätzlich lassen sich mit einer möglichst niedrigen Einstellung der Heizungspumpe Stromkosten sparen. Gradmesser für die Justierung: Die Heizkörper müssen sich weiterhin ausreichend aufheizen.
Wer noch effizienter sein will, tauscht die alte gegen eine Hocheffizienzpumpe aus – eine Investition, die sich bereits nach wenigen Jahren rechnet. Bei ungleichmäßig warmen Heizkörpern kann auch ein hydraulischer Abgleich sinnvoll sein. Unerlässlich ist zu Beginn der Saison auch das Entlüften der einzelnen Heizkörper mit einem speziellen Entlüfterschlüssel. Dazu vorher die Heizpumpe abschalten und bei Bedarf nachher Wasser ins System nachfüllen. Und schließlich sollten die Heizkörper selbst nicht zugestellt werden, damit die Luft zirkulieren und der Raum sich gut erwärmen kann. Wer seine Anlage nicht selbst optimieren möchte, kann diese Aufgabe auch den Heizungsfachleuten überlassen. Bei der regelmäßigen Wartung verlängern sie nicht nur die Lebensdauer der Anlage. Durch eine fachgerechte Justierung erhöhen sie auch den Wirkungsgrad der Heizung.

Tipp 3: Heizgewohnheiten überdenken und anpassen

Die neue Heizsaison ist eine gute Gelegenheit, alte Gewohnheiten zu überdenken: Muss wirklich die ganze Wohnung behaglich warm sein oder reichen einzelne Räume aus? Am besten ist es, die
Raumtemperatur an die Nutzung anzupassen: Üblich sind im Bad 22 °C, in Küche, Wohn- und Kinderzimmer 20 °C und in Schlafzimmer und Flur 16 bis 18 °C. Einfach ausprobieren: Jedes Grad weniger mindert nicht automatisch das Wohlbefinden, spart aber rund sechs Prozent Heizenergie.
 

Keine gute Idee ist es allerdings, einzelne Räume gar nicht zu beheizen – auch, wenn sie nur selten genutzt werden. Denn das erhöht das Schimmelrisiko. Vom Heizen mit elektrischen Zusatzradiatoren
oder Heizlüftern statt der „normalen“ Heizung ist ebenfalls dringend abzuraten. Denn die Mehrkosten sind erheblich. Eine gute Investition sind smarte Heizungsthermostate. Sie helfen nicht nur beim Sparen, sondern erhöhen auch den Komfort. Schon bei einfacheren Varianten lassen sich unterschiedliche Temperaturprofile einstellen, zum Beispiel für nachts oder Zeiten, in denen niemand zu Hause ist. Komplexere Varianten mit Sensor erkennen geöffnete Fenster und schalten die Heizung so lange ab, bis das Fenster wieder geschlossen wird. Und als Teil eines Smart-Home-Systems können die smarten Thermostate auch per App von unterwegs gesteuert werden. Bei all diesen sinnvollen Akutmaßnahmen sollte man nicht vergessen: Langfristig ist eine energetische Sanierung der Gebäudehülle die effektivste Maßnahme, um Heizkosten zu sparen.

Ansprechperson Stadt Brühl:

Klimaschutz 70/2
Abteilungsleiter

Björn Riedel
Engeldorfer Straße 2
50321 Brühl
Tel.: 02232-7973 10
briedel@bruehl.de