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Sachgerechte Planung und Ausführung entscheidend. Darauf kommt es bei der energetischen Fassadensanierung an.

Wer seine Fassade energetisch saniert, investiert in die Zukunft: Energiekosten sinken, das Klima wird geschont und die Immobilie gewinnt an Komfort und Wert. Wichtig ist jedoch, die Arbeiten fachgerecht zu planen und auszuführen.

Eine Fassadendämmung leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sie senkt auch spürbar die Energiekosten. Denn die Außenwände sind für 20 bis 25 Prozent der Wärmeverluste eines Gebäudes verantwortlich. Deshalb schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in der Fassung von 2024 eine Verbesserung der Wärmedämmung vor, sobald mindestens zehn Prozent der Fassade nachträglich saniert werden. Eine Baugenehmigung ist dabei in den meisten Fällen nicht erforderlich. 

Darüber hinaus erhöht eine gut gedämmte Fassade den Wohnkomfort, indem sie vor äußeren Einflüssen wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Luftströmungen oder Schall schützt.

Vor Sanierungsbeginn: Professionelle Beratung lohnt sich

Um diese große Investition bestmöglich einzusetzen, ist eine gute Planung unerlässlich. Am besten holen sich Hauseigentümerinnen und -eigentümer dazu professionelle Unterstützung. Energieberatungsfachleute analysieren nicht nur den aktuellen Zustand der Gebäudehülle und beraten zu Vorarbeiten, Materialen und Ausführungen. Sie informieren auch über gesetzliche Anforderungen und Fördermöglichkeiten. 

Diese unabhängige Beratung zur Fassadendämmung kann Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) sein, der alle möglichen Sanierungsmaßnahmen für die Immobilie koordiniert. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den iSFP mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal 650 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser und 850 Euro für Mehrfamilienhäuser. Einzelberatungen zur Fassadensanierung erhalten keine staatliche Förderung. 

Auswahl der richtigen Dämmmaterialen: Entscheidend ist die Wärmeleitfähigkeit

Heute steht eine Vielzahl unterschiedlicher Dämmmaterialien zur Verfügung. Bei der Auswahl spielen sowohl bauliche Faktoren wie Wärmeleitung, Brand- und Feuchteschutz als auch weitere Kriterien wie Preis und Nachhaltigkeit eine Rolle. Zu den gängigsten Baustoffen gehören Polystyrol und Mineralwolle. Zunehmend gewinnen aber auch Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Hanf, Flachs oder Schafwolle an Bedeutung. Ist wenig Platz vorhanden, bieten sich vor allem Polyurethan- oder Vakuumdämmplatten an.

Bei den Dämmstoffen gilt: Je geringer die Wärmeleitfähigkeit, desto besser ist die Dämmeigenschaft. Im Baustoffhandel drückt sich diese Eigenschaft in der Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) aus. Übliche Dämmstoffe haben die Wärmeleitstufen WLS 035 bis WLS 040. Das entspricht einer Stärke von elf bis 13 Zentimetern. Dichtere Materialien mit WLS 025 erreichen die gleiche Dämmwirkung mit nur acht Zentimetern. 

Um die Anforderungen des GEG zu erfüllen, muss die Dämmung einen bestimmten Wärmedurchlasskoeffizienten (U-Wert) erreichen. Das bedeutet, dass nur noch maximal 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²K) nach außen entweichen dürfen. Wer in einen noch höheren Dämmstandard investiert, steigert nicht nur die Einsparung von Heizkosten und klimaschädlichen Emissionen, sondern profitiert auch von unterschiedlichen Förderungen. 

Standardverfahren Wärmedämmverbundsystem

Für die Umsetzung stehen grundsätzlich drei Verfahren zur Verfügung: Außen-, Innen- und Kerndämmung. Am weitesten verbreitet ist die Außendämmung, meist in Form eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS). Dabei werden Dämmplatten direkt auf die Außenmauer oder den Putz geklebt und – je nach Material – zusätzlich mit speziellen Dübeln befestigt. Darauf folgen Armierungsmörtel und -gewebe sowie abschließend der Außenputz mit Anstrich. 

Alternativ können auch Isolierklinker verwendet werden, bei denen der Stein mit einer integrierten Dämmschicht versehen ist. Wegen des hohen Gewichts ist jedoch eine geeignete Unterkonstruktion erforderlich. 

Vorhangfassade: Viel Spielraum für Gestaltung

Bei der Vorhangfassade, auch hinterlüftete Fassade genannt, wird der Dämmstoff mit einer Unterkonstruktion an der Fassade befestigt und mit einer Außenverkleidung abgedeckt. Um den Brandschutz zu gewährleisten, wird dabei zumeist eine mineralische Dämmung verwendet. Eine Luftschicht zwischen Dämmung und Fassade führt die eventuell eintretende Feuchtigkeit ab. Als Verkleidungsmaterialien kommen verschiedene Optionen infrage, darunter Holz, Schiefer, Glas und Kunststoffe.

Günstige Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk

Hat ein Gebäude ein zweischaliges Mauerwerk, kann der Zwischenraum mit Dämmstoff gefüllt werden. Dies geschieht meist durch Einblasen von wasserabweisenden Materialien wie Mineralfaserflocken, Perlite-Granulat oder Polystyrol-Perlen. Alternativ lassen sich die Hohlräume auch mit einem speziellen aushärtenden Schaum ausfüllen, wobei hier das Risiko einer lückenhaften Dämmung höher ist. Vier Zentimeter Mauerabstand reichen in der Regel für diese kostengünstige Kerndämmung aus.

Innendämmung bei besonderen Gebäudeherausforderungen

Ist eine Außendämmung nicht möglich – etwa bei denkmalgeschützten Gebäuden, enger Grenzbebauung oder Uneinigkeit in der Eigentümergemeinschaft – kann das Mauerwerk auch von innen gedämmt werden. Dabei sind eine fachkundige Beratung und die Ausführung durch ein qualifiziertes Fachunternehmen besonders wichtig, um Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung zu vermeiden. 

Ganzheitliche Sanierung: Weitere bauliche Anforderungen berücksichtigen 

Für eine erfolgreiche Fassadendämmung ist eine fachgerechte Ausführung entscheidend. Um Wärmebrücken zu vermeiden, müssen alle Gebäudeecken sowie Anschlüsse zu Fenstern, Türen oder Balkonen sorgfältig abgedichtet werden. Zudem gilt es, Regenrinnen, Fallrohre und Fensterbänke sowie gegebenenfalls Dachüberstände anzupassen und Elektroanschlüsse neu zu verlegen.

Durch die dickeren Außenwände nach der Dämmung liegen die Fenster weiter innen und lassen weniger Tageslicht ein. Deshalb sollten sie nach vorne versetzt oder direkt mit ausgetauscht werden.

Ansprechperson Stadt Brühl:

Klimaschutz 70/2
Abteilungsleiter

Björn Riedel
Engeldorfer Straße 2
50321 Brühl
Tel.: 02232-7973 10
briedel@bruehl.de