Persönliche Energieberatung der Verbraucherzentrale
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Modernes Fenster im Profil (Quelle: Perfecta)
Fenster - die Löcher in der Gebäudehülle
Was ist bei einer energetischen Modernisierung der Fenster zu beachten?
Obwohl Fenster relativ einfach aussehen – Rahmen,
Flügel, Scheibe, Fenstergriff – handelt es sich mittlerweile um ein hoch entwickeltes
Industrieprodukt mit vielfältigen Eigenschaften wie Witterungsschutz,
Wärmeschutz, Schallschutz, ggf. Einbruchsicherheit usw., die nahezu beliebig
kombinierbar sind.
Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2007 wird
für den Einbau oder Ersatz eines Fensters, Fenstertür oder Dachflächenfensters
ein maximaler U-Wert von 1,7 W/(m²*K) gefordert. Die ab 01.10.2009 in Kraft
tretende EnEV 2009 lässt nur einen U-Wert von höchstens 1,3 W/(m²*K) zu.
Auf die Scheibe kommt es an!
Für den Wärmeschutz ist die Scheibe das entscheidende
Bauteil. Während bis in die 70er Jahre hinein einfachverglaste Fenster gängig
waren, setzte sich seitdem die 2-Scheiben-Isolierverglasung zunehmend durch.
Weitere Verbesserungen wurden mit einer (schlecht Wärme leitenden)
Edelgasfüllung erzielt und es entstanden die 2-Scheiben Wärmeschutzgläser mit
einem U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizienten) von 1,4 W/(m²*K). Obwohl diese
Verglasung nahezu überall eingesetzt wird, ist hiermit die Entwicklung nicht am
Ende. Auf dem Markt gibt es inzwischen auch 3-Scheiben Wärmeschutzverglasung,
bei der zwei Scheibenzwischenräume mit Edelgasfüllung hintereinandergeschaltet
sind. Diese Gläser erreichen U-Werte zwischen 0,5 und 0,8 W/(m²*K) und werden
vornehmlich im Neubaubereich insbesondere bei Passivhäusern eingesetzt.
Neben dem
U-Wert ist der g-Wert für die energetische Beurteilung eines Fensters wichtig.
Der g-Wert misst den Energiedurchlass von außen nach innen und sollte daher im
Gegensatz zum U-Wert möglichst hoch ausfallen. Nur so können durch Sonneneinstrahlung
hohe Wärmegewinne im Gebäude erzielt werden. Auch der Rahmen ist wichtig!
Der Rahmen nimmt circa 10 bis 30 % der Fläche des gesamten
Fensters ein. Auch hier darf die energetische Qualität nicht vernachlässigt
werden. Mittlerweile ist selbst bei einem Holzfenster mit Wärmeschutzverglasung
der Rahmen mit einem U-Wert von 1,5 W/(m²*K) der Schwachpunkt verglichen mit
einem (guten) Verglasungs-U-Wert von 1,1 W/(m²*K).
Die Wahl des Rahmenmaterials ist eine persönliche
Entscheidung:
Holzfenster sind umweltfreundlich in der Herstellung,
müssen jedoch regelmäßig gestrichen werden und sind trotzdem nur begrenzt
haltbar (ca. 30 Jahre).
Kunststofffenster sind energieaufwendiger in der
Herstellung, problematischer in der Entsorgung, dafür langlebiger und benötigen
wenig Pflege (keine Anstriche).
Fensterrahmen aus Aluminium sind noch weit
energieaufwendiger in der Herstellung, können aber recycelt werden, sind sehr
langlebig und benötigen ebenfalls keine Anstriche.
Auf dem Markt sind auch Holzrahmen mit außenseitiger
(wetterfester) Aluminiumbeschichtung erhältlich.
Schwachstellen beim Fenstereinbau
Fenster sind hochwertige Produkte, die einbaufertig
geliefert werden. Damit sie auch vorschriftsmäßig funktionieren, sollte beim
Einbau auf Folgendes geachtet werden:
der
Zwischenraum zwischen Fenster und Mauerwerk muss gedämmt werden (i.d.R. mit
FCKW-freiem Montageschaum oder vorkomprimierten Fugendichtungsbändern),
die innere und äußere Fuge zwischen Rahmen
und Mauerwerk muss dauerelastisch abgedichtet werden,
die Beschläge
müssen leichtgängig sein, da sie sonst ausleiern können,
die Fenster
müssen dicht sein, der Flügel darf bei leichtem Druck gegen den Rahmen nicht
nachgeben,
der Flügel darf beim Schließen nicht auf
dem Rahmen aufsitzen, er hängt dann offensichtlich schief, das Aufsetzen kann
zu vorzeitigem Verschleiß der Beschläge führen.
TIPPS
Eine reine Erneuerung der Verglasung in bestehenden Rahmen
ist aus energetischen Gründen unwirtschaftlich, lieber sollte gewartet werden,
bis das gesamte Fenster aus baulichen Gründen erneuerungsbedürftig ist.
Sind
dicht schließende Fenster eingebaut, muss eventuell das Lüftungsverhalten umgestellt
werden, um Tauwasserausfall und Schimmelpilzbildung vorzubeugen.