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Vor zehn Monaten startete der Kreis Gütersloh als einer von drei Pilotkreisen in NRW den europäischen Energiewettbewerb. Jetzt liegt ein erster Sachstandsbericht vor, in dem das Ergebnis einer internen Überprüfung vorgestellt und zahlreiche konkrete Klimaschutzmaßnahmen zur Weiterverfolgung vorgeschlagen werden. Das Maßnahmenpaket wurde am 25. Januar 2010 im Umweltausschuss des Kreises Gütersloh beraten und am Montag, 1. Februar 2010, im Kreisausschuss beschlossen.
Ein 13-köpfiges Team aus allen energierelevanten Abteilungen der Verwaltung, einschließlich der pro Wirtschaft GT GmbH, der Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH und der Werkstatt für behinderte Menschen gGmbH, erfasste und strukturierte im ersten Projektjahr die Energiearbeit des Kreises. Aus dem Ergebnis der Bestandsaufnahme leitete das Team mit Unterstützung eines externen Beraters konkrete Maßnahmen für einen nachhaltigen Klimaschutz auf Kreisebene ab.
Die bisherige Arbeit und die geplanten Maßnahmen wurden von dem eea®-Berater einem standardisierten Bewertungsverfahren unterzogen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Sie gehören zu den ersten drei Kreisen in NRW, die sich einer Bewertung unterzogen haben und sind damit Vorreiter beim Klimaschutz. Mit 64 Prozent der möglichen Punkte ist die Auszeichnung mit dem eea-Zertifikat so gut wie sicher“, lobte Udo Schmermer, eea®-Berater aus Berlin, das Engagement des Kreises. Eine externe Prüfung im Frühjahr muss das Ergebnis noch bestätigen, bevor der europäische „Energie-Oskar“ verliehen werden kann. <
Landrat Sven-Georg Adenauer zeigt sich beeindruckt von der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit im Energieteam. „Der Bericht macht deutlich, dass wir mit unseren Aktivitäten auf dem richtigen Weg sind. Er spornt uns gleichzeitig an, den breit angelegten Arbeitsplan zielstrebig und zeitnah umzusetzen“.
Der Arbeitsplan für die nächsten Jahre ist vielschichtig und umfasst etwa 80 Maßnahmen und Prüfaufträge: Zum Beispiel stehen auf dem Programm: Die konsequente Fortführung der energetischen Sanierungen in den kreiseigenen Gebäuden, die Bereitstellung weiterer Dachflächen für Photovoltaik-Anlagen, die Umstellung von Ampelanlagen auf eine energiesparende LED-Technik, der Lückenschluss beim Radwegenetz, der Ausbau und die Optimierung des Bus- und Bahnangebotes, Schulungen zum energiesparenden Fahren für Kreismitarbeiter, Verwertung von Schnittgut aus Wallhecken oder Sträuchern in Holzhackschnitzel-Heizungsanlagen (z. B. am Bauhof des Kreises), Teilstromvergärung von Bioabfällen am Kompostwerk mit Einspeisung des Biogases ins Erdgasnetz, Bereitstellung einer Bauherrenmappe für Häuslebauer sowie zahlreiche Veranstaltungen für Verbraucher und Unternehmen zu aktuellen Energiethemen.
Kräftig punkten konnte der Kreis bislang mit einem fundierten Klimaschutzprogramm, konkreten CO2-Minderungszielen, einem erfolgreichen Energiemanagement bei den kreiseigenen Gebäuden und einer energieeffizienten Abfallwirtschaft. Vorbildlich ist auch die Einrichtung der Koordinierungsstelle Energie und Klima, die zur Vernetzung der Klimaschutzaktivitäten in der Region, aber auch überregional, beigetragen hat. Das Projekt ALTBAUNEU, mit dem der Kreis Gütersloh die Sanierungsquote für Wohngebäude erhöhen will, ist dafür ein gutes Beispiel.
Es geht dem Kreis Gütersloh aber nicht nur um die Auszeichnung. „Das Qualitäts- und Zertifizierungsverfahren ermöglicht es uns, über den Tellerrand zu schauen und uns über die Wirksamkeit von Maßnahmen mit anderen Kreisen und Kommunen auszutauschen“, argumentiert Frank Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt beim Kreis Gütersloh. „Auch zeigt uns das strukturierte Verfahren weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden auf“. Der eea®-Bericht steht unter www.kreis-guetersloh.de/Umwelt in der Rubrik Energie und Klima als Download zur Verfügung. Er kann zudem unter Telefon 05241/852762 oder unter E-Mail Ursula.Thering@gt-net.de bei der Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersloh angefordert werden.

