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Kreis Gütersloh. Werden einzelne Heizkörper im Haus nicht richtig warm? Ist nachts ein Pfeifen von Thermostatventilen zu hören? Dann ist die Heizungsanlage möglicherweise nicht richtig eingestellt. Und das kostet bei steigenden Energiepreisen richtiges Geld.

Einstellung lohnt
'Oft kann schon durch die richtige Verteilung der Wassermengen in der Heizungsanlage der Energieverbrauch ohne größere Investitionen deutlich gesenkt werden“, erklärt Ursula Thering, Leiterin der Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersloh. Der Fachbegriff für die Optimierungsmaßnahme heißt „hydraulischer Abgleich“. Da die Maßnahme günstig und gleichzeitig enorm effektiv ist, werben der Kreis, die Kommunen und die Heizungsfachbetriebe in diesem Winter verstärkt für die richtige Einstellung der Heizungsanlage. Aktionswochen mit Vorträgen und Demonstrationen am Modell sollen Hausbesitzer kreisweit von der Durchführung und Wirtschaftlichkeit des hydraulischen Abgleichs überzeugen.

Unter dem Wortungetüm „hydraulischer Abgleich“ versteht man die Einstellung der jeweils ausreichenden Heizungswassermengen für jeden Heizkörper im Haus. Erst wenn jeder Heizkörper mit dem richtigen Druck arbeitet und die Leistung der Heizkörper zur sogenannten Heizlast im jeweiligen Raum passen, arbeitet die Anlage effizient. Der Strom- und Heizenergieverbrauch wird deutlich reduziert. Projektstudien haben gezeigt, dass das Einsparpotenzial pro Jahr für ein Einfamilienhaus häufig über 150 Euro beträgt.

Schwachstellen aufspüren
Der Heizungsfachmann führt zunächst einen Heizungs-Check durch, um alle Schwachstellen umfassend aufzuspüren. Für den hydraulischen Abgleich notiert er alle relevanten haus- und raumspezifischen Parameter. Dann berechnet er die Heizlast für jeden Raum anhand der Außenflächen, also Wänden, Decken, Fußböden, Fenstern und Türen. Die Heizlast wird dann mit der Heizleistung der vorhandenen Heizkörper verglichen. Zusätzlich wird die Entfernung des Heizkörpers zur Heizungspumpe berücksichtigt. Aus all diesen Größen werden die Einstellwerte für jeden einzelnen Heizkörper berechnet und wieder vor Ort umgesetzt.

Den richtigen Druck herstellen
Die Einstellung erfolgt vor allem über die sogenannten Thermostatventile direkt an den Heizkörpern: „Sinn des hydraulischen Abgleichs ist es, an allen Heizkörpern den richtigen Wasserdruck zur Verfügung zu stellen“, erklärt Gerd Lemmen, Obermeister der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Dies geschieht, indem Heizkörpern mit zu hohem Druck ein hydraulischer Widerstand vorgeschaltet wird. Er ist bei voreinstellbaren Thermostatventilen wählbar, indem verschieden große Lochblenden (Widerstände) eingestellt werden. Wenn im Altbau keine voreinstellbaren Ventile vorhanden sind, können diese in aller Regel nachgerüstet werden. Alte ungereregelte Pumpen sind ebenfalls durch moderne, geregelte Hocheffizienzpumpen zu ersetzen. Die passende Heizkurve, die die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur bestimmt, wird an der Heizungsregelung eingestellt.

Informationsangebote nutzen
Der Kreis Gütersloh empfiehlt wegen der Komplexität des Themas, das Informationsangebot der Kommunen im Rahmen von Aktionstagen zur Heizungsoptimierung zu nutzen. Der aktuelle kreisweite Veranstaltungskalender steht auf der Internetplattform www.alt-bau-neu.de/kreis-guetersloh als Download zur Verfügung (Artikel: Informationen zur Kampagne Heizungsoptimierung). Die zurzeit geplanten Vortragsveranstaltungen sind nachfolgendem Schaukasten zu entnehmen. Informationsmaterial ist zudem beim Kreis Gütersloh unter Telefon 05241/85-2762 oder per E-Mail unter Ursula.Thering@gt-net.de erhältlich.



Vorträge im Rahmen der Kampagne „Heizungsoptimierung“ (ohne Gewähr)

Montag, 17. Januar 2011, 19 bis 21 Uhr, ImmobilienZentrum der Sparkasse Gütersloh
Konrad-Adenauer-Platz 1, Gütersloh
1. Vortrag: Heizungstechnik und hydraulischer Ableich
    Referent: Bernd Geschermann, EnergieAgentur.NRW
2. Vortrag: Der hydraulische Abgleich von Heizungsanlagen - Hintergründe und Einsparpotenziale –
    Referent: Dr. Norbert Claus, Reckenberg-Berufskolleg, Rheda-Wiedenbrück
Veranstalter: Stadt Gütersloh und Sparkasse Gütersloh; Anmeldung unter 05241/822089 erwünscht.

Dienstag, 18. Januar 2011, 19 bis zirka 20.30 Uhr, Rathaus in Steinhagen
Vortrag „Jetzt Heizung optimieren und Geld sparen“

Referent: Gerd Lemmen, Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Gütersloh,
Veranstalter: Gemeinde Steinhagen in Kooperation mit der Stadt Halle (Westf.),
                    Auskunft unter Telefon 05204/997111 oder unter 05201/183136

Donnerstag, 20. Januar 2011, 19.30 bis 21 Uhr, Bürgerbegegnungsstätte Haus Werther
Schloßstraße 36 in Werther (Westf.)
Vortrag „Heizungs-Check und Heizungsoptimierung“
Referenten: Energieberater Oliver Erdmann, die bauwerkstadt GmbH in Werther (Westf.), und Gerd Lemmen, Obermeister der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Gütersloh
Veranstalter: Stadt Werther (Westf.), Auskunft unter Telefon 05203/70548

Dienstag, 25. Januar 2011, 19 bis 20.30 Uhr, Rathaus in Schloß Holte-Stukenbrock
Vortrag und Demonstration zum Thema „Heizungsoptimierung und hydraulischen Abgleich“
Referentin: Energieberaterin Bettina Berenbrinker, BB-Energieberatung, Schloß Holte-Stukenbrock
Veranstalter: Stadt Schloß Holte-Stukenbrock, Auskunft unter Telefon 05207/8905227

Samstag, 12. Februar 2011, 15 bis 16 Uhr, A2 Forum in Rheda,
Gütersloher Straße 100
(Veranstaltung im Rahmen der Baumesse)
Vortrag „Jetzt Heizung optimieren und Geld sparen“
Referent: Gerd Lemmen, Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Gütersloh
Veranstalter: Kreis Gütersloh und Kreishandwerkerschaft,
Auskunft unter Telefon 05241/85-2762

Sonntag, 13. März 2011, 14 bis 14.30 Uhr, Tischlerei Mesken in Gütersloh,
Friedrichsdorfer Straße 54 in Avenwedde-Bahnhof,
„Jetzt Heizung optimieren und Geld sparen“, Vortrag und Demonstrationen am Heizungsmodell im Rahmen des 6. Energiespartages in der Tischlerei;
Referent: N. N. Veranstalter: Mesken Tischlerei GmbH, Auskunft unter Telefon 05241/97690.

 
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