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Bottrop. Die Anstrengungen des Kreises Gütersloh auf dem Energiesektor sind am Donnerstagabend in Bottrop belohnt worden: NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel überreichte Landrat Sven-Georg Adenauer den European Energy Award. Als einer der ersten Kreise bundesweit hatte sich der Kreis Gütersloh dem Wettbewerb gestellt und wurde zusammen mit dem Nachbarkreis Warendorf als erster Kreis in NRW für seinen nachhaltigen Umgang mit Energie ausgezeichnet. Neben den beiden Kreisen wurden 26 Kommunen ausgezeichnet, darunter Borgholzhausen, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Schloss Holte-Stukenbrock.

Johannes Remmel, NRW-Klimaschutzminister, betonte die Vorreiterrolle der Kommunen und Kreise: „Klimaschutz? Wer soll den tragen? Sie zusammen mit Ihren Bürgerinnen und Bürgern!“ Ökologische und ökonomische Argumente passten sehr gut zusammen, meinte der Minister und kündigte ein neues Instrument an, das das Land den Kommunen zur Verfügung stellen wolle: Ein so genanntes CO2-Bilanzierungsmodul.

Landrat Sven-Georg Adenauer nahm Seite an Seite mit seinem Kollegen Dr. Olaf Gericke, Landrat Kreis Warendorf, den Preis aus den Händen von Minister Remmel entgegen – zwei Landräte als Pioniere: „Mich freut heute besonders, dass der Kreis Gütersloh mit seinen Kommunen in Bottrop so stark vertreten ist. Wir bringen zusammen immerhin fünf von 28 Auszeichnungen aus Bottrop mit. Das zeigt, dass wir hier im Kreis Gütersloh gemeinsam ehrgeizige Ziele im nachhaltigen Umgang mit der Energie verfolgen.“ Weitere Teilnehmer am eea-Wettbewerb aus dem Kreis Gütersloh: Auch Halle/Westf. und Herzebrock-Clarholz sind dabei, Verl und Harsewinkel sind bereits zertifiziert.

Beim Kreis Gütersloh nahm im Jahr 2009 ein 13-köpfiges Team aus allen energierelevanten Abteilungen der Verwaltung die Arbeit auf. Außer dem Kreis Gütersloh nahmen nur der Kreis Warendorf und der Rheinisch-Bergische Kreis am Modellversuch „European Energy Award für Landkreise“ teil. Vorbilder gab es nicht, der EEA-Wettbewerb war zuvor Kommunen vorbehalten. Zunächst stand eine Bestandsaufnahme an, dann wurden konkrete Maßnahmen entwickelt, wie der Klimaschutz nachhaltig verfolgt werden kann. Bei dem europäischen Zertifizierungsverfahren werden die Bereiche Entwicklungsplanung, Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation nach einer fundierten Bestandsaufnahme einer Bewertung unterzogen. 

Bereits seit 1995, seit dem ersten Klimaschutzprogramm, arbeitet der Kreis Gütersloh intensiv auf dem Energiesektor. Im Rahmen des EEA-Wettbewerbs fanden besonders drei Projekte mit hoher Außenwirkung Beachtung:
1. Die konsequente energetische Sanierung der eigenen Gebäude. Als das Konjunkturprogramm II die finanziellen Mittel zur Verfügung stellte, konnte der Kreis Gütersloh dank zuvor erstellter Energiegutachten schnell zur Umsetzung übergehen. 40 Prozent weniger Kohlendioxid soll bis 2020 ausgestoßen werden (Vergleichsjahr 1998). 26 Prozent konnte der Kreis in den letzten zwölf Jahren bereits einsparen. Aufgrund der Energiegutachten ist ein Investitionsvolumen von 6,8 Millionen Euro ermittelt worden. 4,7 Millionen sind bereits beauftragt.
2. Mit der Energieberatungs-Initiative ALTBAUNEU unterstützt der Kreis Gütersloh private Hausbesitzer bei der energetischen Modernisierung ihrer Wohngebäude. Hier wird eine Verdopplung der Sanierungsquote bis 2015 angestrebt. Ebenso war und bleibt die Biomassenutzung ein wichtiges Handlungsfeld. Im Februar 2010 ist auf dem Kreisbauhof in Wiedenbrück eine Holzhackschnitzel-Heizungsanlage in Betrieb gegangen, in der der Heckenschnitt, der entlang der Kreisstraßen anfällt, verheizt wird.

 
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